Franchise-Glossar: Begriffe einfach erklärt
Franchise-Gespräche und -Verträge sind voller Fachwörter. Hier findest du die wichtigsten kurz und ohne Juristendeutsch erklärt. Die Erklärungen sind allgemein gehalten und ersetzen keine Rechtsberatung.
- Break-even
- Der Punkt, an dem die Einnahmen eines Standorts alle laufenden Kosten decken. Ab hier verdienst du Geld. Wie lange es bis dahin dauert, ist eine der wichtigsten Fragen an den Franchise-Geber.
- Bezugsbindung
- Die Pflicht, Waren oder Material ganz oder teilweise von der Zentrale oder bestimmten Lieferanten zu beziehen. Sie kann Qualität sichern, aber auch die Einkaufspreise bestimmen – deshalb gehört sie in jede Kostenrechnung.
- Deutscher Franchiseverband (DFV)
- Der Branchenverband der Franchisewirtschaft in Deutschland. Mitglieder verpflichten sich auf einen Ethik-Kodex. Eine Mitgliedschaft ist ein Hinweis auf Seriosität, aber keine Garantie für den Erfolg eines einzelnen Systems.
- Eigenkapital
- Dein eigenes Geld, das du in die Gründung einbringst – im Gegensatz zu Krediten. Banken verlangen bei Gründungen meist einen Eigenkapitalanteil von etwa 15 bis 25 Prozent der Gesamtinvestition.
- Eintrittsgebühr
- Die einmalige Gebühr, die du zu Beginn an den Franchise-Geber zahlst. Dafür erhältst du das Recht, Marke und Konzept zu nutzen, sowie meist Schulung und Einarbeitung. Man nennt sie auch Einstiegs- oder Lizenzgebühr.
- Franchise-Geber
- Das Unternehmen, das ein Geschäftskonzept entwickelt hat und anderen gegen Gebühren zur Nutzung überlässt. Es stellt Marke, Know-how und laufende Unterstützung bereit.
- Franchise-Nehmer
- Der selbstständige Unternehmer, der das Konzept an seinem Standort betreibt. Er arbeitet auf eigene Rechnung und trägt das unternehmerische Risiko, ist aber an die Regeln des Systems gebunden.
- Franchisehandbuch
- Die schriftliche Sammlung aller Regeln, Abläufe und Standards des Systems. Es ist meist Teil des Vertrags. Lass dir vor der Unterschrift zumindest Auszüge zeigen.
- Gebietsschutz
- Die Zusage, dass der Franchise-Geber in einem bestimmten Gebiet keinen weiteren Partner einsetzt. Prüfe genau, wie das Gebiet zugeschnitten ist und ob der Online-Vertrieb oder eigene Filialen des Systems davon ausgenommen sind.
- Gesamtinvestition
- Alle Kosten, die bis zur Eröffnung und in der Anlaufphase anfallen: Eintrittsgebühr, Einrichtung, Ausstattung, Kaution, Anfangswerbung und Betriebsmittel. Sie ist deutlich höher als das Eigenkapital, weil der Rest finanziert wird.
- Laufende Gebühr (Royalty)
- Das regelmäßige Entgelt an den Franchise-Geber, oft ein Prozentsatz vom Umsatz, manchmal eine monatliche Pauschale. Es fällt auch in schwachen Monaten an – rechne es in deine Planung fest ein.
- Lizenz
- Das Recht, eine Marke, ein Produkt oder Verfahren zu nutzen – meist mit weniger Vorgaben und weniger Betreuung als bei einem Franchise-System. Manche Anbieter nennen ihr Modell „Lizenzsystem“, obwohl es dem Franchise sehr ähnelt.
- Master-Franchise
- Hier erwirbst du das Recht, ein System für ein ganzes Land oder eine große Region aufzubauen und selbst Franchise-Partner zu gewinnen. Das bedeutet höhere Investitionen und mehr Verantwortung als ein einzelner Standort.
- Multi-Unit-Franchise
- Ein Franchise-Nehmer betreibt mehrere Standorte desselben Systems. Das kann Skaleneffekte bringen, erfordert aber Führungsstärke und deutlich mehr Kapital.
- Pilotbetrieb
- Ein vom Franchise-Geber selbst betriebener Standort, an dem das Konzept erprobt wird, bevor es an Partner verkauft wird. Systeme ohne erfolgreiche Pilotphase tragen ein höheres Risiko.
- Rentabilitätsrechnung
- Eine Modellrechnung, die zeigt, mit welchem Umsatz und welchen Kosten ein Standort rechnet. Frage nach Zahlen bestehender Standorte und danach, aus welchem Jahr sie stammen.
- Vorvertragliche Aufklärung
- Die Pflicht des Franchise-Gebers, dich vor Vertragsabschluss über wesentliche Punkte des Systems zu informieren, etwa über Struktur, Kosten und Pflichten. Du solltest die Unterlagen so früh bekommen, dass genug Zeit zur Prüfung bleibt.
- Nachvertragliches Wettbewerbsverbot
- Eine Klausel, die dir nach dem Ende des Vertrags untersagt, in derselben Branche oder Region tätig zu sein. Zeitliche, räumliche und inhaltliche Grenzen sind entscheidend – lass sie anwaltlich prüfen.
Tipp: Nimm die Checkliste mit den Fragen an den Franchise-Geber mit ins Gespräch – dort tauchen viele dieser Begriffe auf.
